Skip to content

Ich habe einen Keller

Das erste Mal im Leben habe ich einen Keller, nur weiß ich noch nicht so recht, ob das eine gute Idee ist. Was gehört in einen Keller? Sachen, die man nicht mehr braucht? Die kann man dann doch gleich wegwerfen. Sachen, die man nur selten braucht? Was braucht man selten so dringend, dass man dafür in den Keller stiefelt?

Ich werde die Kisten, die sich jetzt schon im Keller angesammelt haben, daraufhin untersuchen und bin sicher, dass ich danach einen Haufen Müll und einen übersichtlichen Keller habe.

Jeder ist ersetzbar

Telefoniere ich doch neulich mit meinem Chef, der irgendwann erklärt, dass jeder ersetzbar sei (er meinte sich damit). Sorry Chef, aber das ist Unsinn, denn niemand ist ersetzbar!

Man kann Positionen neu besetzen, aber es wird niemals das Gleiche sein, niemals einen nahtlosen Übergang geben und nur Maschinen ist es egal, von wem sie geführt werden. Es mag problematisch sei und vielleicht bekommen wir das ja noch irgendwann weg, aber bisher sind wir alle noch Menschen. Und das ist gut so!

Was von Seminaren bleibt

Ich war drei Tage auf einem Seminar, genaugenommen nannte sich das sogar "Exclusiv Training", mußte also toll sein! Die ersten beiden Tage waren es auch, der dritte Tag hatte "Dialektik" zum Thema, das konnte nicht gutgehen und ging es auch nicht.

Erste Mitteilung: Innerhalb von vier Wochen sollten die Inhalte des Seminars als Schulung an alle Mitarbeiter vermittelt werden. Das Kratzen in meinem Hals hatte nichts mit meiner Dauererkältung zu tun, sondern war ein deutliches Zeichen dafür, dass mir der Hals anschwoll.

Erste Gruppenarbeit: Listen Sie alle Probleme auf, die Sie bei der Durchführung dieser Aufgabe haben und zwar wirklich alle. Zeitansatz 30 Minuten. Genaugenommen gab es nur drei Probleme: Wann? Wo? Wie?

Die Ergebnisse wurden dann präsentiert und anschließend teilte man uns mit, dass wir überhaupt keine Probleme haben und doch sowieso in der Lage sind, jedes Problem praktisch "am Küchentisch" zu lösen. Bei "Küchentisch" ist mir dann der Faden gerissen. Jeden Tag rechne ich damit, ein Seuchenzelt vom Roten Kreuz vor der Filiale aufgebaut zu bekommen, habe nicht mal die blasseste Ahnung, wie ich einen Dienstplan für die laufende Woche zusammenbekomme (der dann mehrfach pro Woche umgeschrieben wird, je nach Eingang der Krankmeldungen), aber ich soll mal eben eine Schulung durchführen, bei der ich meinen Mitarbeitern vermittele, was mir zwei Tage beigebracht wurde.

Nach der fünften Erwähnung von "Die Geschäftsleitung möchte ...", "Die Geschäftsleitung erwartet ...", "Die Geschäftsleitung geht davon aus, dass ..." war dann endgültig Schluß mit lustig und bevor ich tatsächlich einen Blutsturz bekommen würde, beendete ich das Thema mit den Worten: "Richten Sie der Geschäftsleitung bitte aus: Mein Name ist Kruse und meine Antwort lautet "Nein!""

Es folgten wilde Diskussionen, deren Inhalt sich nicht widerzugeben lohnen, aber den wirklich wichtigen Satz dieses Seminars brachte völlig spontan die Kollegin aus Halle: "Ich möchte nur ganz deutlich darauf hinweisen: ICH bin es nicht, die hier Drogen nimmt!"

Danke, Silvia, den Satz werde ich so schnell nicht vergessen.

Ach ja: Ich gebe meine Schulung dann Sonntag in einer Woche, aber bestimmt ohne Küchentisch!

Rollos sind hinterhältig

Ich hatte Rollos für die Küche gekauft! Im Hinblick auf die Betonwände und dass ich seit meinem Blutgerinsel im Kopf keine Bohrmaschine mehr betätigen kann, ohne zuverlässig aus den Latschen zu kippen, hatte ich mich für die teure Variante von Gardenia entschieden: Kleben statt bohren!

Das erste Rollo war schnell angebracht und verhielt sich vorbildlich (inzwischen bin ich sicher, dass es mich nur in trügerische Sicherheit wiegen wollte!).

Das zweite Rollo sah prima aus. Für zwei Minuten, dann fiel es von der Decke. Hm ...

Die nächsten zwei Tage lebte das zweite Rollo seine ziemlich offensichtlichen, wenn auch etwas bizarren Wünsche nach dem Leben eines Blinkers aus: Hängt, hängt nicht, hängt, hängt nicht, ...

Irgendwann war nicht länger zu übersehen, dass es auf Dauer für cremefarbene Rollos nicht gut sein kann, dauernd auf den Fußboden zu knallen, egal, wie oft ich da wische und ich wische da oft!

Ok, ich kann auch gehässig sein, also suchte ich mir eine zierliche Schraube, die ich mitleidslos in den Holzrahmen des Fensters bohrte und das Rollo zum Kleben war fortan auf der einen Seite ein angeschraubtes Rollo.

Damit hätte die Geschichte beendet sein können, was sie bis zum nächsten Abend auch war, da begrüßet das Rollo mich wieder vom Fußboden aus (vielleicht lag es am Fieber, aber ich bin sicher, ein leises, gehässiges Kichern gehört zu haben). Jetzt hatte sich die andere Seite des zweiten Rollos losgerissen, das Rollo komplett abgewickelt und sich dann seitlich aus der (festgeschraubten!) Verankerung gerissen. Die festgeschraubte Halterung hing einsam an der Wand. Dem fühlte ich mich an dem Tag nicht mehr gewachsen und ging wutschnaubend ins Bett. Ich lasse mir doch von so einem doofen Rollo doch keine Beschäftigungstherapie aufzwingen. Ich nicht!

Am nächsten Morgen fiel ich wieder um acht Uhr (das muß endlich aufhören mit dem früh aufwachen, ist ja schlimm) aus dem Bett und jetzt war das Rollo fällig. Es hat sich dann noch recht heftig gewehrt, ist noch dreimal während der Aktion runtergefallen (die Schraube ebenfalls, mir fehlte mal wieder die dritte Hand), aber jetzt hängt es und da wird es hängenbleiben und eher fällt die ganze Wand zusammen, als dass dieses Rollo nochmal runterkommt!

Rollos sind hinterhältig, aber ich bin stur!

Nachtrag:

Es ist offensichtlich: Meine Rollos lesen mein Blog! Heute morgen lag das erste Rollo am Boden!

Ich habe dann gleich beide Seiten festgeschraubt und hoffentlich ist jetzt endlich Ruhe!

Neue Werte

Vielleicht werde ich ja einfach nur alt, aber ich stelle fest, dass ich in der neuen Umgebung neue Maßstäbe dafür ansetzte, was gut ist:

Nicht gut ist, dass ich zur Arbeit nur 5,8 Kilometer habe, die aber mit achtzehn(!) Ampeln bestückt sind und sich dazwischen zwei Riesenbaustellen tummeln.

Gut ist, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit nur vier rote Ampeln erwische.

Leider ist "gut" ziemlich selten.

Mein freies Wochenende

Es ist Wochenende und ich habe frei! Eine sonst eher ungewohnte Kombination, aber da ich ja sowieso noch Rüsselseuche habe und Fieberschübe mich zwischen Kopf- und Gliederschmerzen hin- und herschubsen, könnte ich ja mal gemütlich im Bett bleiben, ein heißes Bad und schlafen, schlafen, schlafen. Toll!

Um Punkt acht war ich knallwach *seufz*

Also schnell ein paar Kisten ausgepackt, mit dem Zollstock mal wieder durch die Bude gerannt und auf in die Baumärkte. Ergebnis: Ich habe einen neuen Staubsauger (der alte ist wohl an Bohrstaub gestorben), Gardinen im Wohnzimmer (bereits gewaschen, gebügelt, aufgehängt, sieht prima aus, Bleiband im Internet bestellt, weil es sowas in normalen Läden nicht mehr gibt), endlich die passenden Jalousien für's Arbeitszimmer gekauft (eine Kollegin liefert mir am Freitag ihren Sohn aus, damit der die anbohrt), die bisher fehlende Sonnenschutz-Variante für die Balkontür im Wohnzimmer gefunden und gekauft (siehe Sohn von Kollegin), Rollos für die Küche und weiteren Krempel (die Tante an der Kasse meinte das mit den über 300 Euro wrklich, wollte mir aber die Übereignungsakten für Obi trotzdem nicht aushändigen). Ein guter Tag, da hatte ich mir ein Stündchen auf der Couch (inzwischen habe ich auch endlich entschieden, wie das Wohnzimmer steht, aber es war ein langer Tag mit viel Möbelschieben) verdient!

Sonntag morgen um acht war ich dann wieder knallwach, wenn auch völlig verkatert und alle Knochen taten weh. Da hilft wohl Bewegung am besten? Die Küchenrollos vielleicht?

Ein prüfender Blick klärte schnell, dass wohl erst mal Fensterputzen angesagt war und Fenster habe ich nun wirklich echt viel. Wo ich aber gerade sowieso schon beim Putzen war, könnte ich ja schnell noch ... Ok, die Küche ist jetzt endgültig Kartonfrei, ich habe die halbe Geschirrspülmaschine zerlegt und da ekeliges Zeugs rausgekratzt (hoffentlich spült sie ab jetzt auch endlich sauber), alle Geräte, die das brauchten, sind entkalkt und jetzt habe ich erst mal Frühstückspause. Danach sind dann endlich die Küchenrollos dran, dann noch schnell Wäsche waschen und bügeln und dann fällt mir bestimmt noch was ein, das endlich erledigt werden möchte.

Doch, so langsam nimmt es Formen an!

Lebensweisheiten aus dem Fernsehen

Der Nährwert von TV ist ähnlich dem von Gottesdienst: Nichts als Wiederholungen, endlose Textpassagen, massenhaft Allgemeinplätze, aber wenn man gut aufpaßt, ist genau ein Satz dabei, der wie für einen gemacht ist.

Da sitze ich doch an einem Sonntag auf der Couch und ärgere mich, dass ich mit dem Arbeitszimmer nicht weiterkomme, weil ich die Möbel nicht endgültig stellen oder gar einräumen kann, denn an einem Schrank hat sich die Rückwand gelöst und es ist Sonntag, da wird gefälligst nicht gehämmert. Also zappe ich grummelnd durch die Programme und schnappe bei irgendeiner Soap Teil 748 den einen Satz auf:

"Bittere Pillen muß man zwar mitunter schlucken, aber es ist nicht nötig, sie zu lutschen."

Du liebe Güte, da könnte echt was dran sein und vielleicht sollte ich meinen Umgang mit bitteren Pillen doch mal ernsthaft überdenken.

Bodenkontakt

Bekanntlich bin ich ja größenwahnsinnig, da ist es ab und an mal gut, wieder etwas Bodenkontakt zu bekommen, aber muß es ausgerechnet ein Papierhandtuchspender sein, der mich auf den Boden der Realität reißt?

Angefangen hatte es im Mai und der Feststellung, dass mein Designer-Handtuchpapierspender vielleicht doch etwas besser in Nähe des Waschbeckens befestigt wäre, das auch benutzt wird (das andere ist ein Spielzeugbecken und lediglich ein sehr kleines Zugeständnis an das Ordnungsamt). Kurzerhand habe ich also unseren Techniker beauftratg, mir das Teil umzuschrauben, das neue Teil würde ich dann selber anschrauben, die Bohrlöcher sind ja noch da.

Soweit so gut, ich habe also meinen Handtuchspender bestellt, nichtahnend, dass sowas heutzutage nicht mehr so ganz einfach ist. Früher (als sowieso alles besser war, ich eingeschlossen) hat man bei CWS einen bestellt und drei Tage später war das Ding da: weiß, Plastik, trotzdem sündhaft teuer. Heute sind wir weiter: Die Teile sind chromgebürstet, praktisch nicht mehr bezahlbar und kein Mensch weiß, wo man die bekommt, ich möge doch mal bei meinem Polier nachfragen. Prima, und wer war das? Weiß auch keiner.

Fünf Telefonrunden später hatte ich dann endlich jemanden, der versprach, das Teil zu besorgen und nur zwei Erinnerungstelefonate später kam ein Paket. Der Inhalt: Chromgebürstet, richtig teuer, aber eine Kleenexbox (stand auch zutreffend so auf dem Lieferschein). Das zog sich dann bis Ende September hin und ich hatte schon angeboten, das chromgebürstete Teil aus der Mitarbeitertoilette abzuschrauben und da statt dessen den guten, alten weißen von CWS zu bestellen und da hinzuschrauben, aber nein, man wollte sich kümmern und das wäre doch gelacht.

Ende September kam dann mein alter Chef (inzwischen befördert und ganz doll wichtig) zu Besuch und fragte bei einem gemütliche Plauderründchen, ob er denn was für mich tun könne. Naja, also da war ja immer noch die Sache mit dem chromgebürsteten Papierhandtuchspender ...

Der Mann griff zum Handy, führte ein Gespräch und eine Woche später war der richtige Papierhandtuchspender da.

Nach meinem Urlaub habe ich mich jetzt artig per eMail bedankt und ihm mitgeteilt, dass ich jetzt sehr genau den Unterschied zwischen ihm und mir kenne: Er beträgt genau einen chromgebürsteten Papierhandtuchspender!

Sooo viel ist da ja nun auch nicht und ich verspreche, daran zu arbeiten. Nochmal lasse ich mich von so einem Teil jedenfalls nicht auf den Boden der Tatsachen reißen!

Ach ja, ich weiß inzwischen, wieso das Teil so teuer ist: Die Schrauben sind derart blöd angebracht, dass beim Anschrauben das Teil mindestens einmal zuklappt und versucht, einem den Daumen abzuknipsen, man kann es also durchaus auch als Zigarrenabschneider nutzen und Zusatzfunktionen waren ja schon immer teuer.

Es wird wohnlich

Letztes Wochendende ist der Mann meiner besten Freundin mit dem Freund der Tochter meiner besten Freundin angerückt und hat Lampen und Jalosien und eine Million anderer Sachen angebohrt, ein paar zusätzliche Steckdosen gelegt, Leitungen aus Verteilerdosen gepuhlt und zu Möglichkeiten des Stromverbrauches gemacht, Fußbodenleisten verlegt, Möbel durch die Gegend getragen und neu verteilt und vieles, vieles mehr.

Hier stehen noch 32 Kisten und so langsam nimmt die Sache Formen an und wenn das so weitergeht, kann ich diese Woche noch das Arbeitszimmer stellen und einräumen und nächste Woche dann endlich mal entscheiden, wie das Wohnzimmer gestellt werden soll, damit ich neue Wohnzimmerschränke aussuchen und bestellen kann (die ich dann wieder selber zusammenbauen werde *seufz*).

Langsam frage ich mich, wofür ich eine neue Wohnung habe, denn den Großteil meiner Zeit verbringe ich an der Arbeit, in Baumärkten oder Möbelhäusern. Ich muß nur noch ein paar "Kleinigkeiten" erledigen:

- Gardinen, Jalosien, Lamellen oder whatever für das Arbeitszimmer aussuchen und bestellen (3,7 Meter Fensterfront, Südseite, den ganzen Tag Sonne, so denn Sonne scheint)

- Dito für Küche, gleiche Seite, gleiche Breite

- Das Arbeitszimmer einräumen (nehme ich meinen alten Schreibtisch oder möchte ich doch lieber einen neuen?)

- Den Splitter vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer verlegen, sonst wird das nix mit Fax (leider sind da drei Türen zwischen, egal, welchen Weg ich wähle, dabei liegen die Räume direkt nebeneinander und sind sogar durch einen Durchbruch verbunden, aber ich frage mich sowieso, wozu ich zehn Türen in der Bude hier brauche?)

- Den nagelneuen Badewannenaufsatz wieder abreißen lassen und durch ein brauchbares Modell ersetzen (sorry, lieber Vermieter, Du hast es gut gemeint, aber ich hasse Faltwände, ich will wieder Schiebetüren)

- Fotos und eine Planzeichnung von meinen Badezimmerspiegel anfertigen, der beim Umzug nur drei klitzekleine Unfälle hatte und als Totalschaden zu betrachten ist, damit ein neuer angefertigt wird

- Die Arbeitszimmermöbel und -Kisten aus dem Wohnzimmer räumen, damit ich endlich mal das Wohnzimmer stellen und neue Schränke aussuchen kann

- 47 Bilder verteilen und aufhängen (Betonwände, also nix mal eben mit Nagel in die Wand)

- Den Rest aus dem Schlafzimmer räumen (gehört ins Arbeitszimmer, da fehlten aber bisher die Regale und Schränke)

- Das Gäste-WC freikämpfen (aktuell stopfe ich da leere Umzugskartons rein, bis die abgeholt werden)

- Fünf Stereoanlagen verteilen (Bad, Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer)

- etwa eine Million anderer Kleinigkeiten

 Wenn es dann aber mal fertig ist, wird es richtig schön :-)

(Ich tippe auf Weihnachten, möchte mich hinsichtlich des Jahres aber noch nicht festlegen)

"Ihre neue Tür ist da!"

Ruft mich doch am Montag mein Vermieter (lebt in Hamburg) an und teilt mir mit, meine Wohnungstüre sei angekommen. Es ist kurz nach neun, ich befinde mich noch im Koma und gucke erst mal verunsichert um die Ecke: Doch, da ist eindeutig eine Wohnungstüre! Wäre da keine gewesen, wäre mir das schon mal aufgefallen, ehrlich.

Es ist aber meine neue Wohnungstüre und die möchte jetzt eingebaut werden und dazu muß ein Termin mit mir abgestimmt werden. Ok, meinetwegen gleich morgen, da werden sowieso Regale geliefert und die Telekom will mir endlich wieder einen Festnetzanschluß freischalten, ich muß also sowieso Zuhause bleiben und ob ich das nun mit neuer oder alter Wohnungstüre mache, ist ja wohl schnuppe.

Um 8:15 Uhr rücken zwei Handwerker an, allerdings erst mal ohne Türe, denn es wird nicht nur das Türblatt getauscht, sondern gleich der ganze Rahmen, die Zargen und alles was dazugehört und so machen die Herren sich mit Brechstangen und roher Gewalt über meinen Eingang her.

Soweit so gut, ab jetzt fangen die Probleme an: Der neue Rahmen ist schmaler als der alte, es bleibt auf jeder Seite ein zwei Zentimert breiter Rand rohen Mauerwerks. Die Handwerker meinen, da könne man vielleicht drüberpinseln? Habe ich gerade erst (lassen) und es ist nicht ein Krümmelchen Farbe übrig geblieben. Ob man vielleicht die Farbe nachkaufen kann? Kann man, aber jeder Eimer kostet mal eben 42 Euro und die zahle ich ganz bestimmt nicht!

Die Handwerker verwerfen die Idee mit dem "Drübelpinseln" wieder, das würde ja sowieso nicht reichen, man muß die Wand erst mal abschleifen, dann wieder auffüllen und erst dann könnte man streichen. Aha!?

Nächstes Problem: Die Tür ist etwas lang, hat aber eine Spezialbeschichtung, die reißen würde, wenn man da mal eben mit der Säge drangeht. (An dieser Stelle werde ich belehrt, dass es sich um eine ausgesprochen hochwertige, sowie teure Türe handelt. Ich bemühe mich, beeindruckt zu wirken, dabei wäre mir eine passende Türe irgendwie lieber gewesen, das lasse ich mir aber vorläufig nicht anmerken. Handwerker sind sensibel!). Die Herren fahren also weg (ich habe solange überhaupt keine Türe, bleibe also brav daheim) und rücken mit schwerem Gerät an. Im Hausflur wird eine mittelgroße Sägewerkstatt eingerichtet und die Tür fachgerecht gekürzt (spätestens ab jetzt hassen mich endgültig alle Nachbarn, was mir recht ist, ich bin sowieso nicht scharf auf nachbarschaftliche Kontakte).

Dummerweise ist die neue Türe nicht nur hochwertig und teuer, sondern zudem eine Sicherheitstüre mit Schalldämmung und damit deutlich dicker als die alte. Konsequenz: Der Schließzylinder paßt nicht mehr. Wie gut, dass ich noch ein paar habe, von denen wir dann einen einbauen.

Damit ist dann aber immer noch nicht genug, die neue Türe hat ein hübsches, rundes Loch für einen Türspion, nur leider ist der nicht mit dabei, er soll aber nachgeliefert werden (damit das nicht so zieht, habe ich jetzt ein Stück Tempotaschentuch in das Loch gesteckt).

Der Einbau meiner neuen Wohnungstüre hat mal eben mit zwei Leuten von morgens 8:15 Uhr bis nachmittags 17 Uhr gedauert und ist noch nicht abgeschlossen und um 18 Uhr habe ich dann meinen Vermieter in Hamburg angerufen, der schäumt, die Türe ist nämlich schon im August bestellt worden und es wurde ein Aufmaß gemacht, da hätte das etwas einfacher gehen müssen.

Ich bekomme also irgendwann noch einen neuen Schließzylinder, einen Türspion und eine zusätzliche Holzleiste.

Die neue Türe ist aber wirklich schön, tatsächlich schalldämmend, nur mit der Sicherheit habe ich so meine Bedenken, zumindest, solange da noch ein offenes Loch statt eines eingebauten Spions ist, aber sie sieht echt chick aus.

Der neue tägliche Wahnsinn

Ich bin dann endlich mal umgezogen!

Es waren nur 120 Kisten, diverse Säcke, die Möbel, in denen sich das alles befunden hatte und selbst ein LKW plus Hänger hatte nicht gereicht, der Rest kam dann am nächsten Tag.

Aktuell wache ich jeden Morgen gegen 09:30 Uhr auf, schleppe mich in die Küche, mache kurz an der Kaffeemaschine Halt und trinke den ersten Kaffee des Tages auf dem Balkon.

Danach sind dann Regale und Schränke zusammenzuschrauben, die hier nach und nach eintrudeln und das muß tagsüber erledigt werden, denn ab 20 Uhr hat hier nicht mehr gehämmert oder gebohrt zu werden (selbst das Kind, das in der Wohnung über mir wohl den ganzen Tag unablässig den Flur auf- und abrennt ist schlagartig still, ich tippe auf Valium in Höchstdosierung).

Dann noch ein paar Möbel durch die Gegend geschoben (wieso fehlen immer genau ein paar Zentimeter für die Wunschplazierung?), ein, zwei Kisten ausgeräumt, ab ins Bad und dann zur Arbeit (ja, die Arbeit hat mich wieder!).

Gegen 23 Uhr kehre ich dann wieder heim, befülle noch ein paar der morgens zusammengeschraubten Möbel und falle pünktlich um 2 Uhr in einen komaähnlichen Schlaf (ich bin ganz sicher, dass ich im freien Fall einschlafe und bereits penne, bevor mein Kopf die Kissen berührt).

Also wenn jemand ein geregeltes Leben führt, dann ja wohl ich! Immerhin: Als Diät ist ein Umzug unbedingt empfehlenswert, ich kann meine Hose jetzt ausziehen, ohne sie aufzumachen.


Erste Ergebnisse

Die Herren sind heute morgen nach Hannover abgedüst und dort wohlbehalten angekommen :-)

Die erste Hürde war schnell beseitigt: Zwei Bodenpfosten, die kurzerhand rausgerissen wurden, damit man direkt vorfahren kann. (Die Pfosten sind jetzt wieder drin, aber wir werden sie Dienstag wieder rausreißen)

Meine Freundin hat die Koordination der Herren übernommen und besetzt das Planungsbüro, denn es ist zwar meine Wohnung, aber ihr Mann und ihr zukünftiger Schwiegersohn und so wurde erst mal telefonisch abgeklärt, was wohin gehört.

Einige Telefonate später dann die erste schlechte Nachricht: Der PVC-Boden im Wohnzimmer ist zwanzig Zentimeter zu kurz, was tun? PVC? Wohnzimmer? WOHNZIMMER? Da gehört Laminat hin! WAHHHHH! (Ok, Michael ist ein Scherzbold, bringt sowas aber immer toternst und sehr glaubwürdig)

Der Flur ist gestrichen, der Boden im Ankleidzimmer und Schlafzimmer verlegt, die zusätzlichen Steckdosen montiert, morgen wird tapeziert und Montag dann das Laminat verlegt.

Es geht voran :-)

Die Shopping-Tour der etwas anderen Art

Gestern war die Einkaufstour im Baumarkt dran. Erst mal den Sprinter abholen, mit dem das ganze Zeug nach Hannover soll (absoluter Spitzenpreis: Fünf Tage, 1.000 km für 279 Euro!) und dann ab zum Baumarkt. Auf dem Weg dahin hat mein Kreislauf sich erst mal verirrt, aber nach einer kurzen Pause am Straßenrand waren wir dann wieder komplett und es konnte losgehen.

Die Auswahl war riesig, und dass ich immer noch nicht wußte, welche Farben ich nun wo hin haben will, hat die Sache nicht gerade einfacher gemacht, sicher war nur: Keine Raufaser, egal in welcher Farbe und keine floralen Muster!

Da im Wohnzimmer und im Arbeitszimmer je eine Wand komplett aus Fenstern besteht, stand die komplette Farbpalette zur Verfügung und auch dunkle Farben hatten eine Chance und ich wußte schon, dass ich einen Raum wieder in dunklem Rot haben möchte.

Mein Schlafzimmer in Kassel ist Mint und in Mint hatte ich immer gut geschlafen, wieso also nicht wieder Mint? Einfache Antwort: Mint ist wohl gerade nicht in Mode, sprich: Nicht im Angebot.

Meine Freundin wollte mich zu grün überzeugen und schleppe auch alle Nuancen von grün an, aber mit mir drin ist jedes Schlafzimmer giftig genug, das muß ich nicht auch noch farblich unterstreichen, also kein grün!

Aber vielleicht gelb im Schlafzimmer? Ein freundliches Sonnengelb ... äh ... mal ganz ehrlich, ich habe beruflich schon immer die Sonne um mich und seit einigen Jahren gebe ich unnötig viel Geld für sonnengelbes Toilettenpapier aus, denn wenn es ganz dick kommt, denke ich automatisch an die Firma, da will man den Schei* doch stilvoll erledigen. Ok, kein gelb!

Blau! Mein Wohnzimmer in Kassel ist blau und blau ist sowieso meine Lieblingsfarbe, warum also nicht blau im Schlafzimmer? Nun, ganz einfach: Ich hatte die Wahl zwischen eisblau, was mir zu kühl wirkt (ein Schlafzimmer hat kuschelig zu sein, nicht unterkühlt!) und mittelblau mit gelben Sonnen(!), Monden und Sternen, die im Dunkeln fluoriszieren (was vielleicht den Preis von sechzehn Euro/Rolle erklärt). Ab "Sonne" war auch blau dann erledigt und was will ich mit den leuchtenen Sternen? Die leuchten nur, wenn etwas Licht in den Raum fällt, ich schlafe aber im Dunkeln, denn üblicherweise habe ich beim Schlafen die Augen zu und mit geschlossenen Augen sieht man ziemlich wenig, um nicht zu sagen sehr wenig. Wenn ich mich im Schlafzimmer aufhalte, und dabei etwas sehen will, ist das sicher sehr interessant, handelt sich in dem Fall aber ganz sicher nicht ausgerechnet um die Tapete *hüstel*

Meine Freundin schlug dann pfirsichfarben vor, aber da hätet ich ja auch gleich bei sonnengelb bleiben können. Ihre inzwischen eingetroffene Tochter war hingerissen von knallpink (vorzugshalber kombiniert mit dunkellila!), während deren -inzwischen ebenfalls eingetrudelter Freund- wieder gelb anschleppte.

Kurz danach tauchte dann auch noch der Mann meiner Freundin auf, der schlicht erklärte, dass er sich da raushalte, er müsse da schließlich nicht wohnen, sondern den Kram nur an die Wände kleben. Kluger Mann!

Die Strategie, eine Farbe für einen bestimmten Raum auszusuchen, war wohl nicht so vielversprechend, also schlenderte ich durch die endlosen Gänge mit Tapetenrollen und guckte mir Farben an und siehe da: Da lag sie: Die Tapete, die mir auf Anhieb gut gefiehl! Schöne Struktur, angenehm anzufassen, in einem sehr warmen, sehr tiefen dunkelrot. Das wollte ich in meinem Arbeitszimmer haben und dabei war mir egal, dass jede Rolle 15,95 kostet. Euro!

Jetzt noch schnell die benötigte Menge ausrechnen und die eine Wand abziehen, die Fensterfront ist und nur einen ganz kurzen Streit mit meiner Freundin später (meine Zahl war übrigens die richtige *g*) hatten wir die erste Tapete eingeladen.

Weiter also mit dem Wohnzimmer. Da die Mehrzahl meiner Möbel nicht nach Hannover mitkommt, waren Möbel keine Orientierungshilfe und der Fußboden auch nicht, denn den würden wir heute erst aussuchen. Am Rande des Farbwahnsinns warf der Mann meiner Freundin (also der Mann, der das alles an die Wände klebt) mal ganz beiläufig ein, dass es nicht nötig sei, sich für einen Raum auf eine Farbe zu beschränken und dass es wunderhübsche Bordüren gibt. Äh ...

Das Wohnzimmer bekommt jetzt auf halbe Höhe einen tiefen elfenbeinton, dann eine passende Bordüre und darüber kommt eine Farbe, die "Cappucino" heißt und auch so aussieht (oder war das andersrum? grübel Doch, das war andersrum: Unten dunkel, oben hell) und mit 14,95 pro Rolle war das sogar günstiger als das Arbeitszimmer, was ich aber im Schlafzimmer letztlich wieder ausgleichen konnte, denn da gibt es auch zweifarbig: Unten ein dunkles ziegelrot, dann passende Bordüre und oben ... ähm ... irgendwas Helles, pro Rolle jedenfalls 16,95.

Im Vorbeigehen haben wir dann den Flur sehr schnell erledigt, eine Spezialfarbe, die kleine Krümmelchen enhält und damit eine Mauerwerkstruktur erzeugt, pro Eimer 41,25 und die Farbe heißt "Vanille".

Weiter zum Fußboden!

Es gibt Laminat ab 5,99, nur hübsch ist das dann nicht so wirklich und man muß zusätzlich eine Trittschalldämmung verarbeiten und Zeit ist das, was wir nicht haben, also gleich weiter in die Abteilung mit dem hochwertigeren Laminat und die Wahl war schnell getroffen, ich möchte nämlich keinen hellen Holzton, sondern etwas Dunkles in Richtung Mahagonie. Etwas geschluckt habe ich dann aber schon, als ich die benötiget Menge sah, denn auf einem Palettenwagen aufgestapelt ging mir das bis zur Schulter.

Michael hat dann noch schnell die passenden Fußbodenleisten dazugepackt, derweil ich mich mit meiner Freundin in die Arbeitsplattenabteilung verdrückte, wir hatten da nämlich noch ein kleines Attentat auf ihren Mann vor, von dem er noch nichts wußte: Die Küche muß leicht umsortiert werden und am Ende würden zwei Unterschränke in den Keller wandern und einer ohne Arbeitsplatte sein. Nachdem wir die passende Platte gefunden hatten, war wohl der Moment gekommen, ihm unser Vorhaben zu beichten, er trug es aber mit seiner gewohnten Gelassenheit und meinte nur: "Her mit der Platte", die wir uns dann passend zurechtschneiden ließen.

Einen passenden Fußbodenbelag für Ankleide und Schlafzimmer konnten wir da nicht finden, aber so langsam drängte die Zeit, also zogen meine Freundin und ich in einen anderen Baumarkt ab, derweil ihr Mann den Kleinkram zusammensuchte (Kleber, Tapetenkleister, ein paar Fassungen, denn meine Lampen hängen ja noch in Kassel, Leuchtmittel, ...).

Der Verkäufer mochte nicht so recht glauben, dass wir Rollen von vier Meter Länge abtransportieren können und war dann entsprechend beeindruckt, als wir mit unserem Sprinter vorfuhren, in den sogar fünf Meter gepaßt hätten und sogar die Wahl der passenden Bodenbeläge ging recht zügig. Schnell zur Kasse und dann wieder zurück zum ersten Baumarkt, denn da hatten wir inzwischen fünf Wagen zusammen und bereiteten einen mittelschweren Stau an der Kasse vor, derweil meine einzige Sorge war, ob meine EC-Karte das auf einmal hergeben würde. Der Kontostand liegt zwar im fünfstelligen Bereich, aber wie hoch war die einmalige Belastung von meiner Bank festgelegt?

Mit 1.777,71 Euro lag ich im mittleren Bereich einer Notebook-Shoppingtour und das macht meine EC-Karte mit einem müden Lächeln, es galt jetzt nur noch, Kaufland zu stürmen und da ein Futterpaket für die Herren zusammenzustellen, die Samstag früh dann nach Hannover aufbrechen wollten und auch die 80 Euro spuckte meine Karte noch problemlos aus. Gute Bank :-)

Heute war ein guter Tag!

Heute war das Badezimmer fällig! Nach einer Stunde war mir klar, dass ich mindestens Logistikweltmeister sein muß, denn wie sonst ist es mir gelungen, soviel Kram in den paar Schränken zu horten? Als Frau der Tat hatte ich aber am Ende mehr blaue Säcke (Müll!) als Kartons (darf mit nach Hannover).

Danach habe ich dann alle Kartons, die ich nicht selber gepackt habe, nochmal aufgemacht, den Kram rausgeschmissen, den ich nicht mehr haben mag, die Freiräume wieder mit Sachen aufgefüllt, die ich haben mag und die Kartons mal so verteilt, dass ich mich hier wieder bewegen kann (langsam wird es echt eng).

Zwischendurch habe ich noch Wäsche gewaschen, zweimal meinen Kreislauf abstürzen lassen (das mit der Erkältung wird langsam echt lästig, vor allem, weil ich bei den zwei Fieberschüben täglich jedemal glatt aus den Latschen kippe) und jeden Tag fürchte ich mich mehr vor meinem Ankleidezimmer. Zwölf Meter Kleiderschrank sind eine echte Herausforderung und mich tröstet nicht so wirklich, dass drei Meter davon Bettwäsche und Handtücher sind (immerhin sind die einfach zu verpacken).

Für heute gibt es nur noch drei Sachen zu erledigen: Duschen, was essen und dann ab ins Bett, denn morgen ist "Baumarkt stürmen" angesagt, da werden dann die Bodenbeläge und die Tapeten gekauft, nur habe ich mich immer noch nicht entschieden, welche Farben ich an den Wänden haben will. Ich glaube, Futter fällt wieder aus.

Gut Ding will Weile haben

Ich bin jetzt seit fast sechs Monaten (ups, so lange schon?) in Hannover und praktisch seit dem ersten Tag kämpfe ich an zwei Baustellen, die mit dem heutigen Tag wohl gegenstandslos sind (keine Sorge, ich habe noch ein paar andere offene Baustellen, es wird also nicht langweilig):

1) Eine bestimmte Art von Schlüsseln soll auf eine bestimmte Art in der Schlüsselverwaltung angelegt werden. Ich weiß schon nicht mehr, wen ich mit dem Problem alles behelligt habe, aber seit gestern ist das beschlossen und verkündet! Wir machen das ab sofort so! :-)

2) Ich möchte meine Spülmaschine in der Filiale nicht am Bistro haben (ein Blick auf meine Schienenbeine, wo die offene Tür bereits tiefe Kerben geschlagen hat, erklärt ausreichend, wieso ich das möchte!), sondern in der Küche. Aber nein, das geht nicht, wegen heilige Kuh und deutschlandweit so verabschiedet und überhaupt (kein Mensch in dem Laden interessiert sich für meine Schienenbeine, was mir recht ist, nur in dem Fall halt nicht *grummel*). Und was erfahre ich heute? Da regt sich jemand furchtbar auf, weil ab sofort Standard ist, dass die Spülmaschinen (und zwar deutschlandweit, jawoll!) ab sofort nicht mehr ans Bistro, sondern in die Küche gehören!

Liebes Unternehmen, liebe Menschen in den Chefetagen, es ist nicht immer leicht mit Euch (ok, mit mir auch nicht) und ich bin auch oft ziemlich ungeduldig, aber trotz aller Zankereien finde ich Euch schon wirklich klasse. Ehrlich! :-)

Ach ja, bevor ich das vergesse: Ich gehe dann jetzt mal die nächste Baustelle an: Verwaltung und Kontrolle von Dienstkleidung. Wir sehen uns auf dem Schlachtfeld :-)